#011 Wärme aus Premnitz – Die Pipeline der Energiewende

Shownotes

Eine 20 Kilometer lange Pipeline verbindet Premnitz mit Brandenburg an der Havel – und steht beispielhaft für die regionale Energiewende.

In dieser Folge von nextPremnitz34 schauen wir auf ein innovatives Fernwärmeprojekt der Stadtwerke Brandenburg an der Havel und der EEW-Anlage in Premnitz.

Wir sprechen über:

  • die Nutzung überschüssiger Energie aus der Müllverwertung
  • die Fernwärmeleitung zwischen Premnitz und Brandenburg an der Havel
  • die Einsparung von rund 69.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
  • Investitionen von rund 45 Millionen Euro in nachhaltige Infrastruktur
  • die technischen und ökologischen Herausforderungen beim Bau der Pipeline
  • die Rolle von Digitalisierung und KI bei der Modernisierung der Energieversorgung
  • das regionale Engagement der Stadtwerke für Vereine, soziale Projekte und Gemeinschaft
  • die Frage, warum solche Projekte als Vorbilder für die kommunale Energiewende gelten

Unter der Leitung von Gunter Haase entstand ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie Industrie, Energieversorgung und Klimaschutz regional zusammengedacht werden können.

Diese Folge macht deutlich: Die Energiewende ist nicht abstrakt – sie verläuft direkt unter unseren Füßen.

Mehr Infos auch unter: https://www.stwb.de/waerme/

👉 Abonniere nextPremnitz34 und begleite uns auf der Reise in die Zukunft unserer Stadt. Denn: Die Zukunft beginnt jetzt - direkt vor unserer Haustür.

Redaktion: Christopher Weiß, in Zusammenarbeit mit NotebookLM Produktion: STRÖM New Audio Culture, www.stroem.media

🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge unseres neuen Podcasts Next Premnitz, für ein Dreißig Ihr Podcast aus und über Premnits.

00:00:10: Heute haben wir wirklich ein absolutes Mammut-Projekt auf dem Tisch.

00:00:14: Oh ja das kann man so sagen!

00:00:16: Ein fortyfünf Millionen Euro Megaprojekt.

00:00:18: um genau zu sein

00:00:19: Richtig.

00:00:20: Es geht heute um die regionale Energieversorgung, die ja quasi revolutioniert werden soll.

00:00:26: Wir gehen heute mal richtig in die Tiefe und schauen uns das Leuchtturmprojekt der Fernwärmetrasse an Die Premnitz direkt mit Brandenburg an der Havel verbindet

00:00:35: Und wir stützen uns da auf richtig gute Quellen.

00:00:38: Also wir haben ausführliche Berichte über die Stadtwerke Brandenburger über deren Geschäftsführer Gunther Hase Und über die Anlage der EEW, Energy from Waste.

00:00:48: Genau und da fragen sie sich als Zuhörerin oder Zuhöhrer jetzt vielleicht Warum sollte mich ein Rohr unter der Erde interessieren?

00:00:55: Ja berechtigte Frage

00:00:56: Total.

00:00:57: aber wir schauen uns das an weil es eben nicht nur um einen Rohr geht.

00:01:01: Es zeigt uns wie diese ganze Energiewende lokal in der Praxis funktioniert Mit all den genialen Momenten Aber eben auch und das finde ich so spannend mit den total kuriosen Hindernissen

00:01:12: Absolut.

00:01:13: Wenn wir nämlich in Deutschland von Klimaneutralität bis zu zwei tausendfünfundvierzig sprechen, dann bleibt das ja oft so eine abstrakte politische Floskelne?

00:01:22: Vollkommen!

00:01:23: Aber dieses zwanzigkilometerlange Rohr, dass da einen halb Meter unter der Erde verläuft, ist quasi der reale Härtetest.

00:01:30: Da treffen harte Physik und Ingenieurskunst auf die lokale Bürokratie und Biologie.

00:01:36: Ja und um diesen Härtetest zu verstehen, müssen wir glaube ich erstmal ein bisschen zurückspringen.

00:01:41: Also rein ins Jahr zwei tausend fünfzehn.

00:01:44: Genau gute Idee!

00:01:46: Da fängt die Geschichte nämlich an.

00:01:47: Die Ausgangslage damals ist eigentlich ein klassisches Problem.

00:01:51: Die Stadtwerke Brandenburg versorgen seventy viertausend Menschen rund um die Uhr Und das alte Heizkraftwerk in der Uppstadtstraße dass die Fernwärme liefert Ist zudem Zeitpunkt einfach mal zwanzig Jahre alt

00:02:03: Und es verbrennt Gas.

00:02:04: Das ist der Knackpunkt

00:02:05: Richtig.

00:02:06: Und angesichts der Klimaziele ist völlig klar, man kann da nicht einfach neuen vielleicht ein kleines bisschen effizienteren Gas-Kessel hinstellen – das reicht nicht!

00:02:15: Nee absolut nicht.

00:02:16: und da kommt dann Gunter Hasenspiel.

00:02:19: Der kehrt in jenem Jahr als technischer Geschäftsführer zu den Stadtwerken zurück und hat direkt dieses massive Problem auf dem Schreibtisch.

00:02:27: Und Hase isst wenn man sich die Berichte so anschaut.

00:02:29: echten interessanter Typ oder?

00:02:31: Total er Gegenteil von so einem sterilen Strategen, der Probleme nur in Excel-Tabellen löst.

00:02:39: Er ist in Brandnur geboren und hat das Unternehmen von der PIKA aufkennen gelernt?

00:02:44: Also eher so der Machertyp...

00:02:46: Genau!

00:02:46: In den Quellen wird er oft beschrieben in Jeans orangefarbene Arbeitsjacke viel draußen vor Ort.

00:02:52: ein absoluter Pragmatiker.

00:02:54: Und genauso pragmatisch war dann halt auch die Lösungsfindung.

00:02:57: Ja, das ist ja fast schon meine Lieblingsstelle in der Geschichte.

00:03:00: Da gab's nämlich keine riesige Machbarkeitsstudie von irgendeiner teuren Unternehmensberatung, sondern...

00:03:06: Sondern ein Bier am Stammtisch.

00:03:08: Exakt!

00:03:09: Eine echte Stammtschgeschichte.

00:03:11: Hase trifft seinen alten bekannten Klaus Piefke den heutigen Geschäftsführer der EEW in Premnitz auf einen Bier.

00:03:18: Und da ist dann die zünden.

00:03:19: Ideen standen?

00:03:21: Ja und die isst So simpel, dass man sich fragt warum da nicht schon eher jemand drauf gekommen ist.

00:03:26: Wenn ich das für Sie liebe Zuhörer mal in ein Bild übersetzen darf.

00:03:30: Stellen sie sich vor!

00:03:31: Sie betreiben jahrzehntelang einen eigenen ziemlich teuren und schmutzigen Kohle- oder Gasofen bei sich im Keller.

00:03:39: Und plötzlich merken sie, dass ihr Nachbar drei Straßen weiter in diesem Fall die Milchverbrennungsanlage in Premnitz sowieso permanent ein riesiges Lagerfeuer brennen hat.

00:03:53: Richtig!

00:03:54: Also muss man eigentlich nur die Wärme von diesen Nachbarn rüber in den eigenen Keller holen?

00:03:59: Genau das ist der Kerngedanke diese sogenannte Abwärme aus der industriellen Abfallverwertung zu nutzen.

00:04:06: Das ist ja quasi der heilige Graal der Energieeffizienz.

00:04:09: Und

00:04:09: Piefke und Hase wussten anscheinend sofort, dass das auch technisch machbar ist oder?

00:04:13: Ja

00:04:14: weil sie einen Referenzprojekt im Kopf hatten.

00:04:16: Zwischen Mannheim und Speyer gibt es eine ähnliche Anlage.

00:04:19: die überbrückt auch so knapp zwanzig Kilometer.

00:04:22: also wussten Sie okay das ist technisch skalierbar.

00:04:25: Wahnsinn!

00:04:26: Aus einer Skitze auf dem Bierdeckel wird dann ein fortyfünf Millionen Projekt

00:04:30: So zu sagen.

00:04:30: ja Am nächsten Tag begannen direkt die Planungen.

00:04:34: Aber da stößt man natürlich sofort auf die harten Fakten der Physik.

00:04:37: Oh ja, die Thermodynamik!

00:04:39: Wenn wir sprechen hier davon... ...hundertzwanzig Grad Celsius heißes Wasser über zwanzig Kilometer durch das oft eiskalte Erdreich zu pumpen?

00:04:48: Genau und das ist alles andere als trivial.

00:04:51: Da muss ich kritisch nachhagen weil wenn ich an einem frostigen Januarmorgen versuche einen heißen Kaffee in einem Pappbecher auch nur ans andere Ende der Stadt zu tragen

00:05:01: Dann isst er eiskalt wenn sie ankommen.

00:05:03: Genau, lauwarm bestenfalls.

00:05:05: Der Wärmerverlust auf zwanzig Kilometern Distanz – das muss doch eine ingenieurstechnische Herkulesaufgabe sein!

00:05:13: Ist es auch?

00:05:14: Sie können da nicht einfach Standardwasserrohre in den Sand legen….

00:05:17: Das System erfordert hochkomplexe Kunststoffmantel-Rohre.

00:05:22: Ok wie muss man sich die

00:05:23: vorstellen?!

00:05:24: Also im Kern fließt dieses hundertzwanzig Grad heißem Medium.

00:05:28: Darum liegt dann eine massive Schicht aus Polyurethanschaum zur Isolierung und das Ganze ist dann noch mal Vakuumdicht in einem extrem widerstandsfähigen Außenmantel verschlossen.

00:05:38: Okay, also eine gigantische Thermoskanne im Grunde?

00:05:41: Exakt!

00:05:43: Aber die Isolierung ist tatsächlich nur die halbe Miete.

00:05:46: Die Strömungsmechanik in diesen Rohren ist fast noch entscheidender

00:05:49: Weil es darauf ankommt wie lange das Wasser im Rohr bleibt oder Richtig.

00:05:53: Wenn sie das Wasser zu langsam fließen lassen, hat es zu viel Zeit Energie an das umgebende Erdreich abzugeben Dann kommt in Brandenburg nichts Heisses mehr an.

00:06:04: Und wenn ich's einfach mit riesigen Pumpen ganz schnell da durchjage?

00:06:08: Dann steigt der Reibungswiderstand im Rohr exponentiell an.

00:06:12: Dafür bräuchten Sie dann unfassbar viel elektrische Energie für die Pumpen

00:06:16: Was ja den ganzen ökologischen Sinn der Anlage wiederzunichte machen würde

00:06:20: Absolut.

00:06:21: Das wäre ökonomischer und ökologischer Quatsch!

00:06:24: Es muss also so exakt austariert sein, dass von den hundertzwanzig Grad Vorlauftemperatur aus Premnitz am Ende in der Abstahlstraße noch ausreichend nutzbare Temperaturen ankommt.

00:06:34: Aber Moment diese Hundertzwantig Grad die kann man ja nicht direkt in die Heizkörper der Brandenburger Haushalte leiten.

00:06:40: Da würden den Leuten ja im Wohnzimmer reinweise die Ventile platzen.

00:06:43: Nein natürlich nicht.

00:06:44: Die Haushaltsnetze sind für viel niedrigere Temperaturen und Drücke ausgelegt.

00:06:49: Deswegen braucht es einen Übersetzer.

00:06:52: Und das ist das alte Heizkraftwerk?

00:06:54: Genau!

00:06:55: Das alte, mittlerweile komplett blechverkleidete Gebäude fungiert jetzt als gigantischer Wärmetauscher.

00:07:03: Die Hundertzwanzig Grad aus Bremnitz fließen durch so ein geschlossenes System von Metalllamellen und auf der anderen Seite dieser Lamellen fließt das Wasser des städtischen Fernwärmenetzes.

00:07:14: Die beiden Wässer berühren sich physisch nie, die tauschen wirklich nur die reine Hitze aus.

00:07:19: Ah, okay!

00:07:20: Und das abgekühlte Wasser aus Premnitz?

00:07:23: Das ist dann noch etwa siebzig Grad warm und fließt durch ein parallel liegendes Rücklaufrohr wieder die ganzen zwanzig Kilometer zurück nach Premnetz um dort wieder neu erhitzt zu werden – ein ständiger Kreislauf.

00:07:35: Und das alte Gaskraftwerk

00:07:37: steht seit Ende hier auf Standby.

00:07:40: Nur noch für absolute Notfälle.

00:07:42: Das

00:07:42: klingt auf dem Papier in den Computern der Ingenieure alles extrem logisch und fast schon triumphal!

00:07:48: Ja, offen Papier ist das super

00:07:50: Aber?

00:07:51: Und da liefert unsere Analyse heute diesen extrem spannenden Kontrast.

00:07:55: Dann kommt die Realität.

00:08:09: Es ist wirklich unfassbar.

00:08:12: Man baut eine Trasse, die zehntausende Tonnen CO-Zwei einsparen soll und dann wird das Ganze – von wem?

00:08:21: Von einem Adler!

00:08:22: Einem einzigen brütenden

00:08:24: Adler.

00:08:24: Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

00:08:27: Ja, die Trasse führt halt unweigerlich durch Naturschutzgebiete Und der Schutz von Flora und Fauna ist in Deutschland extrem streng.

00:08:34: Das führt dann zu echt paradoxen aber rechtlich zwingenden Situationen.

00:08:37: Das heißt, wenn der Adler brütet, gehen die Motoren der Bagger aus.

00:08:40: Genau!

00:08:41: Alles steht still – das Zeitfenster für den Bau verschiebt sich komplett und das war ja nicht das einzige Tier.

00:08:47: Stimmt da waren noch die Kraniche.

00:08:49: Richtig.

00:08:50: Für die Klaniche musste auf einem Teilstück extra ein zweieinhalb Meter hoher- und hunderte Meter langer Sichtschutzzaun errichtet werden.

00:08:57: Ein Sichtschutzzauen für Vögel?

00:08:59: Ja damit die Maschinen die Balz und Brut der Tiere weder optisch noch akustisch stören.

00:09:05: Das ist so paradox!

00:09:07: Wir stoppen den Bau der großen Klima-Rettungsmaschine, um den lokalen Vogel nicht beim Balzen zu stören.

00:09:13: Es ist eine echte Abwägungssache... aber es blieb ja nicht bei der Biologie.

00:09:17: Oh nein – die Archäologen kamen auch noch dazu.

00:09:20: Genau….

00:09:21: Die waren permanent vor Ort und haben alle twenty fünf Meter Bodenproben genommen

00:09:26: Und dann haben sie ernsthaft direkt auf der Trasse alte Überreste gefunden Ein alten Brunnen Und das finde ich so poetisch, eine frühzeitliche Feuerstelle.

00:09:37: Ja mitten im Weg!

00:09:38: Ich meine wir graben einen Graben für die High-Tech Wärmeversorgung der Zukunft und stoßen exakt dort auf ein antiques Lagerfeuer.

00:09:46: den allerersten Versuch der Menschheit energie nutzbar zu machen Das ist doch fast schon kitschig.

00:09:52: Kitschig vielleicht aber baufysikalisch ein absoluter Albtraum

00:09:57: Das glaube ich sofort.

00:09:58: Man kann ja nicht einfach einen kleinen Bogen drumherum graben, oder?

00:10:01: Schön wär's!

00:10:02: Nein das Grundstück ist für die Trasse rechtlich gebunden.

00:10:05: Wenn die Archäologen sowas finden wird der Bauplan eingefroren dann wird Schicht für Schicht mit dem Pinsel freigelegt alles fotografiert dokumentiert katalogisiert

00:10:14: und der Baggerfahrer dreht in der Zeit Däumchen.

00:10:17: Exakt jeder dieser Funde und auch diese ganzen ornithologischen Zwangspausen treiben natürlich die Kosten in die Höhe und verschieben den Zeitplan um Monate.

00:10:28: Und dann gab es ja auch noch handfeste technische Pannen, habe ich gelesen?

00:10:31: Ja beim Probebetrieb gab es Wasserverschmutzungen durch die vorherigen Bauarbeiten – das hat natürlich nochmal richtig Nerven gekostet!

00:10:39: Da ist es denn echt kein Wunder, dass Gunther Hase nach acht Jahren Planungs- und Bauzeit ein ziemlich ehrliches Fazit gezogen

00:10:45: hat?!

00:10:45: Ja Anfang twenty-fünfundzwanzig zur Öffnung sagte er sinngemäß Wenn er gewusst hätte, was da alles auf sie zukommt, hätte er sich das zweimal überlegt.

00:10:54: Was für eine ungefilterte Aussage für ein Geschäftsführer?

00:10:57: Total!

00:10:58: Aber man muss auch sagen von den fortyfünf Millionen Euro Gesamtkosten wurden am Ende zwanzig Millionen von Bund und Land gefördert einfach weil die politische Strahlkraft dieses Projekts so hoch ist.

00:11:10: Und trotz der ganzen Erschöpfung sagt Hase ja auch ganz klar es hat sich gelohnt.

00:11:16: Absolut Es ist eben mehr als nur ein Rohr Es ist die Lebensader für eine ganze Region und die harten Fakten geben ihm ja recht.

00:11:24: Genau, schauen wir uns mal die Zahlen an!

00:11:26: Wenn man die alte Gasverbrennung gegen diese neue Abwärmenutzung rechnet, sparen wir unglaubliche, neunundsechzigtausend Tonnen CO².

00:11:36: Pro Jahr?

00:11:37: Das is'n Hausnummer... Und aktuell hängen schon zwölf tausend Haushalte in Brandenburg an diesem Netz – aber unsere Quellen zeigen noch eine ganz andere Seite der Stadtwerke….

00:11:48: Es geht da mittlerweile um weit mehr als nur darum, Kupferkabel zu verlegen oder Fernwärmerohre zusammenzuschweißen.

00:11:54: Sie meinen die Digitalisierung?

00:11:56: Genau!

00:11:57: Die Stadtwerke setzen massiv auf künstliche Intelligenz und ich gehe mal davon aus das hat direkt was mit der Umstellung auf Wind- und Solarkrafts zu tun, oder?

00:12:06: Völlig richtig – die Topologie von unserem Stromnetz hat sich in den letzten Jahren ja radikal verändert.

00:12:12: Wie genau?

00:12:13: Früher war das eine zentralistische Einbahnstraße.

00:12:16: Ein riesiges Kohlekraftwerk schiebt kontinuierlich gleichmäßig Strom ins Netz.

00:12:20: Und die Haushalte nehmen ihn ab, sehr vorhersehbar!

00:12:24: Heute speisen aber tausende kleine dezentrale Photovoltaikanlagen und Windparks ihren Strom ein... ...und

00:12:31: wenn dann eine dicke Wolkenfront über Brandenburg zieht

00:12:34: oder der Wind von einer Minute auf die andere abflaut?

00:12:38: Dann bricht die Stromerzeugung im Verteilenetz abrupt ein.

00:12:41: Das sind hochdynamische Schwankungen, teilweise im Millisekundenbereich.

00:12:44: Und das führt dann zu diesen sogenannten Unschärfen wie es im Fachschagong heißt?

00:12:49: Das Stromnetz muss ja immer exakt auf einer Frequenz von fünfzig Hertz gehalten werden,

00:12:53: richtig?!

00:12:53: Ganz genau!

00:12:54: Und da reicht die herkömmliche rein reaktive Software in den Leitwarten einfach nicht mehr aus.

00:13:00: Wenn die erst Alarm schlägt nachdem der Spannungsabfall passiert ist... ...ist es für einen Blackout vielleicht schon zu spät.

00:13:07: Ah, also kommt da die KI ins Spiel um sozusagen in die Zukunft zu schauen?

00:13:12: Exakt.

00:13:13: Die KI wird gebraucht, um prädiktiv einzugreifen – die analysiert in Echtzeit unfassbare Datenmengen.

00:13:20: Also von Wetterprognosen bis hinzu Mikroverbrauchsmustern in einzelnen Straßen.

00:13:26: Wahnsinn!

00:13:26: Sie lernt permanent wie sich das Netz verhält.

00:13:29: Dadurch erkennt sie diese Unschärfe nicht nur blitzschnell Sie prognostiziert sie im Voraus und verschiebt dann vollautomatisiert Lasten oder aktiviert Zwischenspeicher.

00:13:40: Also bevor die Frequenz auch nur spürbar abfällt, hat die KI das schon repariert?

00:13:45: Genau!

00:13:46: Die Stadtwerke haben dreihundert Mitarbeiter aber diese dynamischen Energieströme sind ohne so eine smarte selbstlerne Technologie von Menschenhand gar nicht mehr administrierbar.

00:13:55: Das

00:13:55: wirft echt ein interessantes Licht auf die Stadtwerker als Unternehmen.

00:13:59: Auf der einen Seite hantieren die mit absoluter Hightech Predictive KI im Millisekundenbereich und ein thermodynamisches Megaprojekt für forty-fünf Millionen.

00:14:10: Aber auf der anderen Seite, das betonen die Quellen sehr stark sind sie extrem lokal verwurzelt!

00:14:15: Und das müssen Sie wahrscheinlich auch sein, oder?

00:14:17: Ja zwingend!

00:14:19: Stellen sie sich mal vor ein Unternehmen reist über acht Jahre hinweg in der ganzen Region Straßen auf.

00:14:24: Verursacht Staus und flastert die Landschaft mit Baustellen zu.

00:14:27: Da brauchen sie die Akzeptanz der Bevölkerung Die sogenannte Social License to Operate

00:14:32: Und die holen sie sich durch soziales Engagement.

00:14:35: Genau!

00:14:36: Die Stadtwerke Brandenburg feiern ihr dreißigjähriges Bestehen und positionieren sich eben ganz bewusst nicht allzu ein Unnahrbarer gesichtsloser Technologiekonzern.

00:14:46: Sie finanzieren das Bühnenprogramm beim Havelfest, organisieren Street-Artworkshops

00:14:51: und pumpen auch viel Geld in den lokalen Kinder- und Jugendsport richtig!

00:14:56: Ja – ein tolles Beispiel ist diese Crowdfunding-Plattform zum Jubiläum.

00:15:01: Für jede dreißig Euro Spende aus der Bevölkerung für ein lokales Projekt legen die Stadtwerke nochmal dreißzig Euro aus eigener Tasche drauf.

00:15:09: Dreißig euro für dreizig Jahre?

00:15:11: Das isst clever!

00:15:13: Und es wirkt vor allem auch authentisch, weil es von oben vorgelebt wird.

00:15:18: Es gibt da in den Quellen diese eine Beobachtung der SDWB-Teamstaffel.

00:15:23: Ja das Lauf-Event.

00:15:24: Genau!

00:15:25: Dieses Lauf Event sponsern Sie seit fünf Jahren und da steht Geschäftsführer Gunther Hase... Der Mann, der gerade acht Jahre lang diese forty-fünf Millionen Trasse verantwortet hat.

00:15:38: Der steht da persönlich im Zielbereich und klatscht die schwitzenden Läuferinnen und Läufen ab.

00:15:43: Das ist ein starkes Bild ja?

00:15:45: Total!

00:15:46: Es erdet diesen ganzen abstrakten Diskurs über Energiewende und KI – es zeigt den Menschen vor Ort.

00:15:53: Hey, diese Milliardeninvestitionen in Rohre und Algorithmen werden von Menschen von hier für Menschen von.

00:16:01: Wenn wir das jetzt alles mal zusammenziehen, also diese anfängliche Tollkühne-Stammtischidee den Kampf gegen die Thermodynamik.

00:16:11: Dann die Adler, die archäologischen Funde und schließlich diesen Sprung in die KI gepaart mit dieser Bodenhaftung.

00:16:18: dann drängt sich am Ende eigentlich eine sehr weitreichende Frage auf ein Gedanke, den Sie liebe Zuhörer vielleicht einmal in Ihren Alltag mitnehmen können.

00:16:25: Da bin ich jetzt sehr gespannt worauf läuft es für Sie genau?

00:16:28: Naja Wir haben hier im Detail gesehen Was es auf lokaler Ebene kostet an Geld, an Nerven und an schierer Zeit um ein absolut sinnvolles ökologisch eigentlich zwingend notwendiges Leuchtturmprojekt in die Tat umzusetzen.

00:16:42: Acht Jahre von der Skizze bis zur Inbetriebnahme?

00:16:45: Genau!

00:16:46: Wenn ein einziges roher forty-fünf Millionen Euro verschlingt Und durch naturschutzrechtliche Vorgaben oder antike Feuerstellen derart ins Stockengerät dann müssen wir uns ernsthaft fragen Wie realistisch sind unsere nationalen Zeitpläne?

00:17:00: Puh,

00:17:01: ja.

00:17:02: Haben wir in Deutschland angesichts dieser bürokratischen und planerischen Realität wirklich das Tempo die rechtliche Flexibilität und die Rahmenbedingungen um bis zu zweizig-fünfundvierzig unsere gesamte energetische Infrastruktur flächendeckend umzubauen?

00:17:16: Das ist eine wirklich provokante aber wichtige Frage nach der Handlungsfähigkeit unseres Systems.

00:17:22: da lohnt es sich definitiv drüber nachzudenken.

00:17:25: wenn sie liebe Zuhörer das nächste Mal an einem Bagger oder einer Baustelle vorbeifahren.

00:17:30: Eben, das ist nie einfach nur ein Loch in der Straße.

00:17:33: Was für ein hervorragender Schlusspunkt!

00:17:35: Man sitzt an einem kalten Wintermorgen mit seinem heißen Kaffee da und ahnt ja oft gar nicht welch unfassbarer physikalischer und bürokratischer Kraftakt hinter der wohligen Wärme steckt die da gerade aus dem Heizkörper strömt... Wenn Ihnen diese tiefen Analyse der regionalen Energiewende und unserer Infrastruktur gefallen hat, dann empfehlen Sie diese Folge sehr gerne weiter – ob an Freunde, Nachbarn oder Kollegen.

00:18:03: Teilen sie unser Format gerne in Ihren Netzwerken!

00:18:06: Das hilft uns enorm weiter.

00:18:08: Und denken Sie daran….

00:18:09: Wir haben alle weiteren spannenden Informationen, tiefergehende Links zu den Stadtwerken Brandenburg und auch visuelle Eindrücke von der Trasse – wie gewohnt für Sie in den Shownos verlinkt.

00:18:20: Werfen sie da unbedingt mal ein Blick rein!

00:18:23: Wenn Ihnen diese tiefen Analyse der regionalen Energiewende und unserer Infrastruktur gefallen hat, dann empfehlen Sie diese Folge sehr gerne weiter – ob an Freunde, Nachbarn oder Kollegen.

00:18:34: Teilen sie unser Format gerne in Ihren Netzwerken!

00:18:37: Das hilft uns enorm weiter?

00:18:39: Und winken Sie daran….

00:18:41: Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Podcasts.

00:18:44: Hören Sie in vierzehn Tagen gerne wieder rein, sie finden uns auf allen bekannten Plattformen.

00:18:49: der Nächst-Premnitz-Fiondreißig-Podcast ist eine Produktion von strömen UAudioCoucher mit freundlicher Unterstützung von der PWG, der WBG und der Stadtpremnitz!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.