#016 Wenn das Wasser knapp wird – Premnitz im Klimawandel

Shownotes

Was passiert, wenn einer wasserreichen Region das Wasser fehlt?

Der Sommer 2026 macht diese Frage im Havelland besonders aktuell. Trotz gesicherter Trinkwasserversorgung sorgen Niederschlagsdefizite, niedrige Wasserstände und Trockenheit für zunehmende Herausforderungen.

In dieser Folge von nextPremnitz34 sprechen wir über:

  • historisch niedrige Wasserstände der Havel und ihrer Nebenflüsse
  • Niederschlagsdefizite und sinkende Grundwasserstände
  • behördliche Entnahmeverbote und Bewässerungsbeschränkungen
  • die Konkurrenz unterschiedlicher Ansprüche von Landwirtschaft, Industrie, Bevölkerung und Natur
  • die Bedeutung ökologischer Mindestabflüsse für Flüsse und Feuchtgebiete
  • den geplanten Neubau des Wasserwerks Premnitz als Investition in eine sichere Versorgung
  • die zunehmende Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden in trockenen Sommern
  • wassersparende Technologien und einen besseren Wasserrückhalt in der Landschaft
  • die Frage, wie Premnitz seine Klimaresilienz bis 2034 stärken kann

Die Folge zeigt: Wasserknappheit ist längst kein Thema ausschließlich weit entfernter Regionen. Auch im Havelland wird der Umgang mit Wasser zu einer zentralen Zukunftsaufgabe.

Denn Anpassung an den Klimawandel bedeutet auch, mit einer Ressource bewusster umzugehen, die lange selbstverständlich erschien: Wasser.

Mehr Infos auch unter: https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/ https://www.pegelonline.wsv.de https://www.wav-rathenow.de/seite/543532/wasserwerke.html

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Redaktion: Christopher Weiß, in Zusammenarbeit mit NotebookLM Produktion: STRÖM New Audio Culture, www.stroem.media

🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge unseres neuen Podcasts Nextbremnitz, thirty-four.

00:00:05: Ihr Podcast aus und über Bremnits.

00:00:08: wir haben ja jetzt August.

00:00:10: zwei tausend sechsundzwanzig Und wenn Sie also unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrer in diesen Tagen mal die Nachrichten einschalten oder einfach auf ihr Smartphone schauen dann drängen sich einem Jahr sofort diese extrem beunruhigenen Bilder auf.

00:00:26: Ja das stimmt leider.

00:00:27: Ich meine, wir sehen da gigantische Waldbrände im Westen Frankreichs.

00:00:31: Wahnsinnige Bilder!

00:00:33: Richtig die fressen sich da unaufhaltsam durch die Landschaft und auch hier in Deutschland Wir sehen lodernde Flammen in der Eifel.

00:00:40: Und dann ist er ja noch dieser ständige wirklich sorgenvolle Blick auf die Flusspegel Der Reihen.

00:00:46: ist da gerade das prominenteste Beispiel

00:00:49: Ja absolut

00:00:50: wo die Binnenschifffahrt wegen dieses dramatischen Niedrigwassers fast völlig zum Erliegen gekommen ist.

00:00:56: Also das sind alles so Szenarien, die fühlen sich an als fänden sie weit weg von unserem eigenen Alltag statt oder?

00:01:02: Das ist genau der Eindruck den viele haben ja!

00:01:04: Weil wir sitzen ja hier in Premnitz direkt an der Havel und wenn wir jetzt hier aus dem Fenster schauen das Wasser plätschert scheinbar völlig ungestört vor unserer Haustür.

00:01:14: Sieht alles ganz friedlich aus,

00:01:15: genau!

00:01:16: Die Sonne glitzert auf der Oberfläche die Boote ziehen ihre Kreise Es wirkt wie ein absolut intaktes perfektes Sommerüdel und genau da drängt sich mir und wahrscheinlich auch ihnen zu Hause die Frage auf Wie kann es eigentlich sein dass Wasserknappheit für uns hier überhaupt ein Thema ist.

00:01:36: Wir leben ja buchstäblich an der Quelle und genau das ist die Mission in dieser heutigen Analyse, wir wollen hinter diese malerische Kulisse blicken.

00:01:45: Sehr wichtiges Thema!

00:01:46: Wir wollen das System dahinter verstehen herausfinden wie sicher unsere Wasserversorgung heute wirklich aufgestellt ist besonders eben wenn wir den Blick nach vorne richten auf das Jahr

00:02:00: wirklich mal von der schönen Oberfläche abwenden und tief in die hydrologischen Daten eintauchen.

00:02:08: Ich habe für unsere heutige Recherche ja einen doch recht umfangreichen Stapel an Auswertungen mitgebracht.

00:02:15: Den sehe ich hier vor mir liegen, ja?

00:02:17: Genau!

00:02:18: Und die zentralen Säulen unserer heutigen Analyse sind vor allem ein brandaktuelles Recherchepapier das wurde spezifisch für NEXT Bremnitz-Firmware arbeitet.

00:02:29: Okay.

00:02:29: Und dazu kommt noch ein sehr detaillierter behördlicher hydrologischer Bericht.

00:02:34: Da geht es um das Wasser- und Waldbrandrisiko im Haveland?

00:02:38: Also, okay!

00:02:39: Von wann ist der?

00:02:40: Der Datenstand ist ganz frisch Mitte August, zwei tausend sechsundzwanzig also aktueller geht es kaum.

00:02:46: Super!

00:02:47: Und diese Dokumente die sind voll von Messwerten, historischen Vergleichen... ...und ja auch Behördlichen Verordnungen.

00:02:55: Und die zeichnen eben ein völlig anderes Bild als das, was wir bei einem gemütlichen Spaziergang am Ufer wahrnehmen.

00:03:01: Okay, lassen Sie uns das mal aufdröseln?

00:03:03: Gerne!

00:03:03: Ich stehe am Ufam und sehe einen vollen Fluss aber in den Dokumenten, die sie mir vorab schonmal geschickt hatten da ist ständig von Niedrigwasser die Rede.

00:03:13: Ja ich habe mir damals die Daten zum Pegel Albersheim aus unserem Dossier angesehen.

00:03:18: Dieser Messpunkt ist für unseren Flussabschnitt entscheidend richtig?

00:03:22: Absolut

00:03:22: Das ist der Referenzpunkt.

00:03:24: Da steht das.

00:03:25: Ende Juni dieses Jahres, also im Jahr ist es der Abfluss bei gerade einmal neunzehn Kubikmetern pro Sekunde lag.

00:03:33: Richtig!

00:03:33: Das langjährige Junimittel liegt aber bei neunundfünfzig Kubikmeter pro Sekunden.

00:03:38: Exakt!

00:03:39: Wahnsinn!

00:03:40: Wir haben hier einen Absturz auf nicht einmal ein Drittel der normalen Menge.

00:03:44: Gaukelt uns der Pegelstand durch diese ganzen Stauschstufen da vielleicht einfach eine falsche Sicherheit vor?

00:03:49: Was bedeutet das physikalisch für so'n Fluss?

00:03:52: Also ähm... Was hier faszinierend ist, ist diese wirklich fundamentale Unterscheidung zwischen zwei hydrologischen Begriffen.

00:03:59: Die in der öffentlichen Wahrnehmung leider fast immer vermengt werden.

00:04:03: Nämlich der Pegelstand und der Abfluss.

00:04:07: Der Pegelstand das ist schlichtweg die Höhe des Wasserspiegels an einem bestimmten Punkt also wie hoch das Wasser steht.

00:04:14: Das ist das was ich sehe?

00:04:15: Wasser

00:04:16: die in einer Sekunde an diesem Punkt vorbeiströmt.

00:04:19: Ah

00:04:19: verstehe!

00:04:20: und um das Mal auf die Havel zu übertragen.

00:04:23: Der Fluss sieht für sie voll aus, weil das Wasser künstlich zurückgehalten wird.

00:04:28: Durch die Stauschstufen?

00:04:29: Richtig!

00:04:29: Insbesondere durch Staubauwerke wie die Staustufe in Ratnau.

00:04:33: Man verschließt da gewissermaßen den Abfluss, um die Höhe des Wasserspiegels für die Schifffahrt und auch für das Landschaftsbild künstlig aufrechtzuerhalten.

00:04:43: Das heißt dass Wasser staut sich einfach.

00:04:45: Genau Das ist im Prinzip das Prinzip einer vollen Badewange.

00:04:48: Oh, da sind gutes Bild!

00:04:49: Bei der steckt der Stöpsel im Abfluss.

00:04:51: die Wanne ist voll sieht auch gut aus

00:04:53: ja

00:04:54: aber es fließt halt kein frisches Wasser mehr nach.

00:04:56: und genau diese Tatsache verdecken diese nineteen Kubikmeter pro Sekunde krass.

00:05:02: Und um das mal hydrologisch einzuordnen, dass ökologische Minimum also die absolute Grenze ab der das Ökosystem des Flusses zu kippen droht liegt in diesem Bereich bei einundzwanzig Kubikmetern pro Sekunde.

00:05:17: Das ist der Punkt wo Flora und Fauna ersticken könnten und der Sauerstoffgehalt kritisch abfällt!

00:05:25: Wir bewegen uns also mit unseren neunzehn Kubikmetern bereits unterhalb der Schmerzgrenze des Ökosystems.

00:05:31: Wahnsinn!

00:05:32: Das ist eine fantastische Analogie mit der Badewanne.

00:05:36: Man könnte es vielleicht auch mit einer gigantischen vierspurigen Autobahn vergleichen?

00:05:40: Ja,

00:05:40: das trifft es auch.

00:05:41: Die Infrastruktur – also das breite Flussbett – ist ja komplett vorhanden und suggeriert unsere riesige Kapazität.

00:05:48: Aber anstatt des gewohnten Berufsverkehrs mit hunderten Autos rauscht da plötzlich nur noch so ein einziger verlorener Lieferwagen pro Stunde entlang.

00:05:56: Guter Vergleich!

00:05:57: Die Straße sieht breit aus, aber der Verkehr also der eigentliche Zweck ist fast zum Erliegen gekommen.

00:06:03: Genau das passierte

00:06:04: Und wenn wir uns mal an das letzte Jahr erinnern Das war ja in Ihren Unterlagen auch vermerkt?

00:06:10: Das war Ja noch dramatischer oder?

00:06:12: Ja, twenty-fünfundzwanzig war extrem.

00:06:14: Ende Juni, twenty-fünfundzwanzig lag der Abfluss am selben Pegel bei unfassbaren zehn Kubikmetern pro Sekunde.

00:06:21: Das sind rund siebzehn Prozent des Normalwärts.

00:06:25: Siebzehnt Prozent!

00:06:27: Wenn dieser Verkehr auf dem Fluss also derart wegbricht muss das doch unweigerlich gravierende Konsequenzen für die gesamte umliegende Landschaft haben oder?

00:06:35: Die Konsequenz aus diesem fehlenden Wassertransport, die spüren wir bereits sehr deutlich im behördlichen Handeln.

00:06:42: Stimmt!

00:06:42: Wir befinden uns ja aktuell mitten im August und schon seit dem threizhnten Juli, zwei tausendzechsundzwanzig gilt im gesamten Landkreis Haveland eine strenge Allgemeinverfügung.

00:06:52: Ja Die haben alle mitbekommen.

00:06:53: Die

00:06:54: bleibt vorhaussichtlich bis zum dreißigsten September in Kraft und diese Verfügung untersagt jegliche Wasserentnahme aus Oberflächengewässern mittels Pumpanlagen, aber noch viel einschneidender für den Alltag der Menschen hier ist ja das Bewässerungsverbot

00:07:12: Richtig.

00:07:13: Zwischen zehn und achtzehn Uhr ist es schlichtweg verboten, Gärten, Grünflächen oder Sportanlagen zu bewässern?

00:07:20: Ja Und zwar völlig unabhängig davon ob sie Grundwasser aus einem eigenen Brunnen nutzen oder eben das Trinkwasser aus der Leitung verwenden.

00:07:28: Aber Moment da muss ich jetzt aber vehement einhagen.

00:07:31: Gerne

00:07:32: Dass ich kein Wasser aus der angeschlagenen Havelpunkte draf Das ist für mich völlig logisch.

00:07:38: Aber warum reglementiert der Landkreis, wann ich meinen Rasen mit Leitungswasser sprenge?

00:07:43: Wir trinken hier in Bremenitz doch kein Havelwasser.

00:07:47: Nein natürlich nicht!

00:07:48: Mein Wasseranschluss hat doch mit dem Fluss überhaupt nichts zu tun oder?

00:07:52: Übersehe ich da jetzt etwas Grundlegendes.

00:07:55: Sie sprechen da genau die gedankliche Trennung an... ...die hydrologisch betrachtet ein ziemlicher Trugschluss ist.

00:08:02: Okay wir nutzen für die öffentliche Versorgung in der Tat kein Oberflächenwasser.

00:08:06: Das Trinkwasser, das vom Wasser- und Abwasserverband – also dem WAV Ratenao für uns bereitgestellt wird – stammt zu einhundert Prozent aus den tiefen Grundwasserleitern.

00:08:16: Eben!

00:08:17: Die Crux an der Sache ist jedoch Oberflächenwasser und Grundwasser sind keine voneinander isolierten Systeme.

00:08:24: Ah... Sie agieren wie kommunizierende Röhren allerdings mit einer massiven zeitlichen Verzögerung.

00:08:30: Okay… Wie muss ich mir das vorstellen?

00:08:32: Ein Fluss wie die Havel fließt in den trockenen Sommermonaten nicht primär wegen aktueller Regenfälle.

00:08:39: Er wird durch den sogenannten Basisabfluss gespeist.

00:08:43: Das

00:08:45: bedeutet, dass umliegende unsichtbare Grundwasser drückt stetig aus dem Boden in das Flussbett und hält den Strom so am Leben.

00:08:56: Richtig!

00:08:57: Wenn es nun über lange Zeiträume zu wenig regnet, bricht dieser Mechanismus zusammen.

00:09:02: Das System steht dann unter Druck.

00:09:05: Wir sehen das ganz klar an den Daten der Messstation Rathenau.

00:09:09: Im Jahr twenty-fünfundzwanzig fielen dort lediglich vierhundertvierzig Millimeter Niederschlag,

00:09:15: ist es wenig?

00:09:16: Der langjährige Durchschnitt liegt bei fünfhundertfünfzig Millimetern – das waren also gerade mal achtzig Prozent!

00:09:23: Ein Defizit von satten zwanzig Prozent.

00:09:26: Wahnsinn!

00:09:27: Wenn ich da kurz meinen Gedanken zu Ende führen darf... Bitte!

00:09:30: ...wenn zwanzich Prozent Regen fehlen, dann wirkt die Natur ja wie ein Schwamm.

00:09:35: Aber ein Schwam der wochenlang in der prallen Sonne lag.

00:09:38: Der wird Knochen trocken fast schon steinhart und wasserabweisend.

00:09:42: Ja sehr gutes Bild.

00:09:44: Wenn es dann im Sommer mal kurz und heftig regnet so wie bei diesen stark regen Ereignissen Die wir in letzter Zeit hier oft sehen Dann nimmt diese harte schwammen das Wasser gar nicht auf

00:09:54: Richtig!

00:09:55: Es prallt quasi an der Oberfläche ab, fließt in die Kanalisation und ist für das tiefe Grundwasser komplett verloren.

00:10:02: Das summiert sich doch auf oder?

00:10:04: Absolut – das beschreibt den Prozess der hydrophoben Bodenstrukturen exakt.

00:10:08: Und genau hier schließt sich der Kreis zu ihrem Rasenspringer.

00:10:12: Wenn sie mittags bei fünfunddreißig Grad im Schatten ihren Rasen wässern, verdunstet ein Großteil des Wassers ohnehin sofort in der Hitze.

00:10:20: Bevor es überhaupt die Wurzeln erreicht?

00:10:21: Genau!

00:10:22: Und der verbleibende Rest wird aus einem unterirdischen Speicher gepumpt, der sich aufgrund der fehlenden Niederschläge und der ausgetrockneten Böden gar nicht mehr regeneriert.

00:10:31: Verstehle.

00:10:31: Die Behörden verbieten diese nachmittägliche Bewässerung also nicht aus reiner Skikane?

00:10:36: Nein offensichtlich nicht.

00:10:38: Sie tun das, um diesen extrem gestressten Grundwasserspeicher vor dem völligen Kollaps zu schützen.

00:10:45: Wenn der Grundwasser-Spiegel noch weiter abfällt, versiegt nicht nur irgendwann der private Brunnen – dann bricht auch der ohnehin schon gefährlich niedrige Basisabfluss in die Flüsse komplett zusammen!

00:10:55: Das ist ein unglaublicher Dominoeffekt….

00:10:58: aber um unsere Mission im Auge zu behalten?

00:11:01: Wir schauen ja in dieser Analyse auch gezielt auf das Jahr.

00:11:07: Die gute Nachricht für alle, die uns jetzt vielleicht mit Sorge zuhören ist ja... ...die Trinkwasserversorgung in Premnitz ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut gesichert.

00:11:15: Definitiv!

00:11:17: Die offizielle Wasserampel des WAF steht auf Grün.

00:11:20: Wir müssen also nicht befürchten dass morgen früh der Hahn trocken bleibt.

00:11:23: Nein das nicht.

00:11:24: Aber um das so zu halten plant der VAV ja gerade für rund fünf Millionen Euro den Neubau des Wasserwerks Premnits.

00:11:32: Warum ist eine solch massive Investition genau jetzt dieser überlebenswichtige Zukunftsanker?

00:11:37: Man könnte das Geld ja böse gesagt auch anderswo gebrauchen.

00:11:41: Naja, ne Wasserversorgung funktioniert nicht nach dem Prinzip Hoffnung!

00:11:44: Das

00:11:44: stimmt.

00:11:45: Wir müssen das System widerstandsfähig machen.

00:11:47: Ein neues Wasserwerk tauscht der nicht nur verschlissene Rohre aus Es schafft vor allem technische Pufferkapazitäten.

00:11:54: Wenn die Grundwasserpegel im Sommer sinken, verändert sich oft auch die chemische Zusammensetzung des Wassers.

00:11:59: Ah das wusste ich gar nicht!

00:12:01: Ja es können sich Konzentration von bestimmten Mineralien verändern und eine moderne Anlage ist in der Lage diese schwankenden Rohwasserqualitäten viel effizienter aufzubereiten.

00:12:12: Zudem fängt sie die massiven Verbrauchsspitzen ab, die wir in diesen Hitze-Sommern an den Vormittagen und Abenden erleben.

00:12:18: Wenn alle gleichzeitig den Rasen sprengen?

00:12:20: Genau Diese fünf Millionen Euro sind im Grunde eine Versicherungsprämie für unsere Versorgungssicherheit.

00:12:29: Wir bereiten uns so auf künftige Trockenperioden vor.

00:12:32: Hier

00:12:32: wird es wirklich interessant, weil wir haben uns jetzt lange mit dem Wasser beschäftigt dass sich quasi unsichtbar im Boden verliert.

00:12:42: Aber dieser trockene Boden birgt ihr eine völlig andere, sehr sichtbare und physische Gefahr für unsere direkte Umgebung.

00:12:48: Ja leider!

00:12:49: Eine gekoppelte Gefahr sozusagen.

00:12:51: Denn wo das Wasser fehlt wächst das Risiko für Vegetationsbrände massiv an... Und Brandenburg hat da ja ein extremes strukturelles Problem.

00:12:59: Das ist so.

00:13:00: Brandenburger führt die bundesweite Statistik der Waldbrandgefahr leider mit großem Abstand an Echt?

00:13:05: Etwa ein Drittel aller Waldbrände bundesweit ereignen sich hier bei uns

00:13:10: Ein Drittel.

00:13:11: Wahnsinn!

00:13:12: Das liegt an einer fatalen Kombination.

00:13:14: Wir haben hier wenig Regen, dazu kommen unsere leichten sandigen Böden.

00:13:19: Da fließt alles durch?

00:13:20: Richtig wie ein Sieb.

00:13:22: die oberen Schichten trocknen rasend schnell aus und auf diesem Sand stehen dann großflächige Kieferwälder.

00:13:30: Kiefernaweln zersetzen sich schlecht bilden eine dicke Schicht und sie enthalten ätherische Öle.

00:13:36: das ist wie ein natürlicher Brandbeschleuniger

00:13:38: Ein Pulverfass.

00:13:40: Genau Wenn die Feuchtigkeit fehlt, brennt das extrem schnell.

00:13:43: Und dass das keine theoretische Gefahr ist, zeigen ja ihre Quellen?

00:13:48: Leider Ja!

00:13:49: Zum Beispiel der sechzehnte Mai zwetausendzwanzig da gab es einen Brand zwischen Mögelin und Bremnitz.

00:13:56: circa dreitausend Quadratmeter waren da betroffen.

00:13:59: oder auch im Juni zweitausendsächsenswanzig Da gab's diesen Flächenbrand nach einer Explosion in Biwak-Bereich?

00:14:06: Ja, das ging rasend schnell.

00:14:08: Ein winziger Funke reicht da völlig aus!

00:14:10: Und das greift so schnell um sich?

00:14:12: Wenn wir das mit dem Großen Ganzen in Verbindung bringen offenbart sich die logistische Crux.

00:14:17: Einen Feuer kennt ja keine Stadtgrenzen.

00:14:19: Nee, dem ist das völlig egal...

00:14:20: Das Hauptproblem bei niedrigem Wasser ist schlicht untergreifen das Löschwasser.

00:14:24: Ach weil die Flüsse leer sind?

00:14:25: Richtig!

00:14:26: Wenn Flüße und Gräben leer sind stehen die Feuerwehren vor enormen Problemen.

00:14:30: Aber wir haben noch Kameras oder...?

00:14:32: Ja, das Firewatch-Kamerasystem des Landes.

00:14:35: Das ist technologisch super!

00:14:36: Hilft beim Entdecken – es registriert Rauch und schlägt Alarm.

00:14:39: Aber eine Kamera löscht halt kein Feuer.

00:14:41: Genau das ist der Punkt.

00:14:43: Es ersetzt keinen einzigen Wassertropfen.

00:14:45: beim Löschen Fehlt das Wasser vor Ort?

00:14:47: Müssen Tanklöschfahrzeuge im Pendelferkehr Wasser über weiche Sandwege transportieren?

00:14:51: Oh Gott wo die sich festfahren

00:14:53: können.

00:14:53: Richtig Deswegen ist eine von der Haswill völlig unabhängige Löschwasserplanung essentiell Und vor allem die interkommunale Zusammenarbeit

00:15:02: Zwischen den Feuerwehren.

00:15:03: Ja, Premnitz Ratnau Havelsee Milauerland Die müssen dann nahtlos zusammenarbeiten.

00:15:10: Also was bedeutet das alles?

00:15:12: Wir haben jetzt über die privaten Gärten gesprochen Über die Forstwirtschaft, die Feuerwehr.

00:15:18: Sollen jetzt allen Ernstes nur die Bürger und die Kommunen Irrigießkannen rationieren?

00:15:22: Nein natürlich nicht.

00:15:23: Da fehlt doch ein großer Akteur auf dem Spielbrett Die Industrie.

00:15:27: Wer verbraucht denn eigentlich das meiste Wasser?

00:15:29: Da legen sie den Finger in die Wunde.

00:15:32: Die Industrie ist der unsichtbare Elefant im Raum.

00:15:34: Aha!

00:15:36: Wenn wir uns die Amtliche Wasserstatistik für das Haveland ansehen, über forty-fünf Millionen Kubikmeter Frischwasser wurden von nicht öffentlichen Nutzern eingesetzt.

00:15:47: Warten Sie, forty-five Million Kubikmeters?

00:15:50: Ja... Das ist ja völlig absurd.

00:15:52: Wofür braucht man so viel Wasser?

00:15:54: Fast

00:15:54: neunzig Prozent davon.

00:15:56: Das sind über forty Millionen Kubic Meter.

00:15:59: Vielen allein auf Kühlzwecke

00:16:01: Nur zum Kühlen.

00:16:03: Richtig!

00:16:04: Das Wasser wird aus dem Fluss oder Brunnen gepumpt, kühlt die Maschinen und wird dann oft wieder abgeleitet.

00:16:10: Wir

00:16:10: sparen im privaten Literweise Und da rauschen Millionen Kubikmeter durch Rohre nur um Maschienen abzukühlen.

00:16:18: Es

00:16:18: verdeutlicht die Dimension.

00:16:20: Aber wir dürfen jetzt nicht blind mit Verboten um sich werfen.

00:16:23: Was ist denn die Lösung für?

00:16:26: Wir müssen Wasser-Rusilienz als Standortpolitik betreiben.

00:16:31: Was heißt das konkret?

00:16:32: Geschlossene Kühlkreisläufe für den Industriepark Premnitz.

00:16:36: Das Wasser muss zirkulieren und nicht nur einmal genutzt werden.

00:16:40: Und um das umzusetzen, gibt es zwei klare Prioritäten.

00:16:43: Welche sind das?

00:16:45: Erstens ein lokales Wasser

00:16:48: der Sport.

00:16:49: Ja radikale Transparenz!

00:16:52: Wir müssen alle Daten also Regen, Abfluls aber auch wer wie viel entnimmt transparent bündeln

00:16:59: Damit jeder sieht, was Sache ist.

00:17:01: Genau!

00:17:03: Und zweitens – die Strategie des Wasserrückhalts.

00:17:08: Jahrhunderte lang haben wir die Landschaft entwässert.

00:17:11: Gräben gezogen das Wasser so schnell wie möglich abgeleitet.

00:17:15: Ja damit die Füße trocken bleiben.

00:17:16: Richtig aber wir müssen lernen dass Wasser in der Landschaft festzuhalten Flächen entsiegeln, Wasser in Niederungen halten

00:17:24: Also genau das Gegenteil von früher

00:17:26: Exakt.

00:17:26: Nicht ständiges Entwässern, sondern das Wasser speichern wie in einem echten Schwamm.

00:17:32: Stellen Sie sich einmal vor liebe Zuhörerinnen und Zuhörer wir müssten unsere gesamte Einstellung ändern.

00:17:38: Was wäre wenn wir jeden einzelnen Regentropfen der auf Premnitz fällt nicht länger als potenzielles Abwasser betrachten dass schnellstmöglich in den Kanal abgeleitet werden muss?

00:17:50: Ja!

00:17:50: Sondern als einen kostbaren Rohstoff wie flüssiges Gold den wir wie einen Schatz in der Landschaft hüten müssen.

00:17:58: Das ist ein sehr schönes und vor allem treffendes Bild!

00:18:02: Wenn Sie diese Analyse spannend fanden, liebe Hörerinnen und Hörern dann empfehlen sie den Podcast gerne weiter.

00:18:08: Genau.

00:18:09: Egal ob in Ihrem Bekanntenkreis beim Nachbarn über den Gartenzaun oder teilen Sie ihn in ihren lokalen Chatgruppen

00:18:15: Und alle genannten Links.

00:18:16: die Daten und weiterführende Informationen finden Sie natürlich wie immer in unseren Shownotes

00:18:21: Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Podcasts.

00:18:25: Hören Sie in vierzehn Tagen gerne wieder rein!

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