#017 Abitur in Premnitz – Die neue Gesamtschule startet
Shownotes
Warum ist eine Gesamtschule für die Zukunft von Premnitz so wichtig?
Zum Schuljahr 2026/27 startet die neue Gesamtschule Premnitz unter der Leitung von Dr. Wiebke Rutz. 78 Schüler beginnen in der siebten Jahrgangsstufe – und erstmals eröffnet sich ihnen wieder die Perspektive, später das Abitur direkt in Premnitz abzulegen.
In dieser Folge von nextPremnitz34 sprechen wir über:
- die Entwicklung von der bisherigen Oberschule zur Gesamtschule
- den Start mit 78 Siebtklässlern
- das Abitur vor Ort als wichtigen Standortfaktor für Premnitz und seine Familien
- den neuen 5,6 Millionen Euro teuren Anbau mit zusätzlichen Klassenräumen und digitaler Ausstattung
- die besondere Bedeutung der Berufsorientierung
- Praxistage und Kompetenzanalysen bereits ab der siebten Klasse
- die Verbindung von Schule und zukünftigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region
- die langjährige politische Planung hinter der Schulgründung
- weitere Investitionen des Landkreises in den Schulstandort
- Herbstfest und Informationstage als Gelegenheit, die neue Schule kennenzulernen
Die Gesamtschule ist damit weit mehr als ein neues Bildungsangebot. Sie kann dazu beitragen, junge Menschen in Premnitz zu halten, Familien neue Perspektiven zu geben und zukünftige Fachkräfte für die Region zu gewinnen.
Ein wichtiger Baustein für Premnitz auf dem Weg ins Jahr 2034.
Mehr Infos auch unter: https://oberschule.premnitz.de/ https://www.premnitz.de/news/5/1187503/wirtschaft/gesamtschule-premnitz.html https://schulen.brandenburg.de https://mbjs.brandenburg.de https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de
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Redaktion: Christopher Weiß, in Zusammenarbeit mit NotebookLM Produktion: STRÖM New Audio Culture, www.stroem.media
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unseres neuen Podcasts Next Premnitz, thirty-four, ihr Podcast aus und über Premnic.
00:00:09: Hallo zusammen!
00:00:11: Ja ähm die Sommerferien sind jetzt offiziell vorbei?
00:00:15: Leider ja der Ernst des Lebens fängt wieder an
00:00:17: absolut Die Rucksäcke sind wieder gepackt Und wenn sie liebe Zuhörerinnen und Zuhörer morgens durch die Stadt fahren sehen Sie sich schon wieder überall die Schülerinnen und Schüler auf den Straßen.
00:00:28: Genau, ganz normales Bild eigentlich.
00:00:30: Eigentlich schon!
00:00:31: Aber und das ist unser heutiges Thema für genau achtundsiebzig Kinder hier in Premnitz ist dieser Schulstadt eben nicht einfach nur ein ganz normaler Beginn eines weiteren Schuljahres?
00:00:42: Nein, das ist es definitiv nicht.
00:00:43: Es ist im Grunde also man kann wirklich sagen ein echter historischer Wendepunkt für unsere ganze Stadt Und genau das nehmen wir uns heute in unserer detaillierten Analyse mal ganz genau vor.
00:00:56: Nämlich die brandneue Gesamtschule Premnitz.
00:01:00: Eine echte Tiefenrecherche, ja?
00:01:01: Richtig!
00:01:02: Wir wollen heute wirklich verstehen was diese Umwandlung also von der Oberschule zur Gesamtschule nicht nur so auf dem Papier bedeutet sondern im Echten Leben – also für die Familien im Westhaverland.
00:01:13: Und um wirklich zu begreifen, was da gerade in Bremnet so passiert haben wir uns durch den ziemlichen Berg an Informationen gewühlt.
00:01:20: Kann
00:01:21: man wohl sagen ja?
00:01:22: Wir haben die lokale Berichterstattung aus der Bravo und der Mats ausgewertet.
00:01:26: Wir haben offiziellen sehr nüchternen Daten aus dem Schulporträt Brandenburg analysiert und das Ganze dann auch noch mit den Mitteilungen der Stadt und der Schule selbst abgeglichen.
00:01:36: Wenn man das alles zusammenfügt...
00:01:38: Dann ergibt sich wenn man diese ganzen Puzzleteile übereinanderlegt Ein erstaunlich dynamisches Bild.
00:01:44: Also von einem Schulstandort, der sich in einen massiven Umbruch befindet.
00:01:49: Lassen Sie uns dieses Bild mal zusammensetzen liebe Zuhörerinnen und Zuhürer!
00:01:52: Ich habe ja eben diese seventy- acht Kinder erwähnt die jetzt also am vierundzwanzigsten August zwei tausendzechsund zwanzig eingeschult wurden
00:02:00: Genau.
00:02:01: Und warum reite ich da so auf dieser Zahl herum?
00:02:03: Weil diese Siebtklässler, also diese Achtundsiebzig eine Perspektive haben die es in Premnitz seit unglaublichen sechzehn Jahren nicht mehr gab.
00:02:12: Ja das sind lange Zeit!
00:02:14: Wahnsinnig
00:02:14: lang.
00:02:15: wenn alles nach Plan läuft werden diese Jugendlichen im Jahr zwei tausenddreißig in ihrer eigenen Heimatstadt das Abitur ablegen.
00:02:25: Das
00:02:25: letzte Abitur, und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
00:02:29: Das letzte abitur wurde hier Jahrzehntzehn verliehen damals noch am Alexander von Humboldt-Gymnasium.
00:02:36: Und seitdem gab es ja eben nur die Oberschule, die jetzt langsam ausläuft also die Jahrgänge acht bis zehn?
00:02:42: Okay, lassen Sie uns das mal auftröseln!
00:02:44: Ich stelle mir das so vor... Also dass ist so als Bekäber eine Stadt nach sechzehn Jahren endlich ihren eigenen Fernbahnhof zurück.
00:02:52: Oh, das ist ein schöner Vergleich
00:02:54: Ja oder?
00:02:55: Bisher mussten die Jugendlichen für den höchsten Schulabschluss immer umsteigen.
00:02:59: Sie mussten in andere Städte pendeln, wahnsinnig viel Lebenszeit morgens und Nachmittag sind Bussen- und Bahnen verbringen – jetzt hält der Zug wieder direkt vor der eigenen
00:03:09: Haustür.".
00:03:10: Dieses
00:03:10: Bild mit dem Fernbahnhof das trifft den strukturellen Kern der Sache.
00:03:14: extrem gut finde ich!
00:03:16: Ein eigener Weg zum Abitur verändert ja die komplette Demografie und auch die Attraktivität einer Kommune.
00:03:22: Man zieht ja als Familie dorthin, wo die Schulen sind.
00:03:25: Richtig!
00:03:26: Und wenn wir das im größeren Zusammenhang betrachten müssen wir auch sehen was Thomas Rosenberg der Bürgermeister von Premnitz dazu sagt.
00:03:34: er hat in diesem Zusammenhang davon gesprochen dass die Stadt als Bildungsstandort wächst.
00:03:39: Er sagte man schaffe Räume für Neugier und eben auch direkte Wege zum Abitur.
00:03:45: Das klingt natürlich erst einmal nach klassischer Lokalpolitik-Rhetorik.
00:03:49: Ja das tut es Aber es steckt eben eine tiefere pädagogische Mechanik dahinter.
00:03:54: Der entscheidende Hebel einer Gesamtschule im Vergleich zum klassischen, extrem streng gegliederten Schulsystem – das ist der Faktor Zeit!
00:04:03: Das müssen wir genauer beleuchten.
00:04:05: Zeit inwiefern?
00:04:06: Meinen Sie jetzt die Zeit, die man sich beim Pendeln spart also wie bei meinem Bahnhofsbeispiel?
00:04:11: Auch
00:04:11: das natürlich aber vor allem meine ich die Zeit für die kognitive und persönliche Entwicklung der Kinder selbst.
00:04:17: Okay erklären sie das mal
00:04:18: Wissen In vielen Systemen wird ja schon nach der sechsten Klasse extrem stark selektiert.
00:04:23: Ja, dieses wer geht aufs Gymnasium?
00:04:25: Wer auf die Oberschule?
00:04:26: Exakt!
00:04:27: Und das erzeugt einen enormen Druck in den Familien.
00:04:31: An der Gesamtschule Prämnitz fällt diese ganz frühe Festlegung nun weg.
00:04:35: Die Kinder lernen einfach länger gemeinsam.
00:04:38: Sie haben buchstäblich mehr Zeit zu reifen, bevor dann irgendwann endgültig entschieden wird ob der Weg jetzt zum Abitur, zum Fachabitur oder in eine klassische Berufsausbildung
00:04:47: führt.
00:04:47: und das nimmt wahrscheinlich massiv den Dampf aus dem Kessel.
00:04:51: Das
00:04:51: entspannt die familiäre Situation am heimischen Küchentisch spürbar.
00:04:55: Das leuchtet mir absolut ein.
00:04:57: Ich meine, niemand weiß schließlich mit elf oder zwölf Jahren wie sich ein Kind in der Pubertät noch entwickelt – da passiert ja so viel!
00:05:03: Eben.
00:05:03: Aber so ein struktureller Umbau passiert nicht über Nacht?
00:05:06: Wir haben jetzt insgesamt zweihundertfünfundsiebzig Schüler an der Schule und davon sind diese achten siebzig die ersten neun Gesamtschüler.
00:05:14: Genau.
00:05:15: Und die achten bis zehnten Klassen laufen noch unter dem alten Oberschulsystem weiter...
00:05:19: Das klingt nach einem organisatorischen Mammutprojekt.
00:05:22: Und wenn wir uns die nackten Fakten ansehen und auch die Chronologie, dann war das ein extrem langer Atem denn die Politik hier beweisen musste oder?
00:05:31: Ein Marathonlauf trifft es wohl besser!
00:05:33: Man muss dazu objektiv festhalten dass solche schulpolitischen Entscheidungen wahnsinnig komplexen demografischen Berechnungen und bürokratischen Hürden unterliegen.
00:05:42: Das
00:05:42: geht nicht von heute auf morgen...
00:05:44: Nein Die Historie dieses Projekts reicht bis ins Jahr zwei tausend neunzehnt zurück.
00:05:50: Damals hatte die SPD-Fraktion allen voran, die damalige Stadtverordnete Katja Poschmann und der damaligen Bürgermeister Ralf Tebling schon massiv auf diese steigenden Schülerzahlen im Westhaveland hingewiesen.
00:06:03: Also
00:06:03: vor gut sieben Jahren schon?
00:06:04: Richtig!
00:06:06: Die Argumentation war damals schon sehr klar.
00:06:08: Bremnitz bietet den Platz für Erweiterungen ist finanziell solide aufgestellt und hat die nötige Verkehrsanbindung.
00:06:15: Aber
00:06:15: von dieser ersten Forderung bis zur Umsetzung, da verging ja extrem viel Zeit.
00:06:19: Der finale Antrag in der Stadtverordnetenversammlung wurde erst im Juli-Zweißtausendfünfundzwanzig beschlossen.
00:06:25: Richtig!
00:06:26: Ganz genau – sechs Jahre intensiver Diskussionen, Machbarkeitsstudien und Planungen.
00:06:31: Sechs Jahre?
00:06:33: Und dann muss das Ganze in der Praxis natürlich auch erstmal funktionieren.
00:06:37: Ein neues Schild mit der Aufschrift Gesamtschule an die Fassade zu schrauben reicht daher… Bei Weitem nicht.
00:06:44: Eine
00:06:45: neue Schulform steht und fällt ja mit dem Führungspersonal, hier bin ich bei unserer Recherche über eine Personalie gestolpert wo ich wirklich fast schon skeptisch wurde.
00:06:57: Sie meinen die Neue Rektorin?
00:06:59: Ja Doktor Wiebke-Rutz Hier wird es nämlich wirklich interessant.
00:07:03: Sie kommt aus Falkensee.
00:07:05: Dort war sie siebzehn Jahre lang Konrektorin an der größten Gesamtschule in ganz Brandenburg
00:07:10: Genau, einer der größten überhaupt.
00:07:12: Und jetzt wechselt sie nach Premnitz um hier die wahrscheinlich aktuell kleinste Gesamtschule aufzubauen weil sie ja gerade erst startet und sie pendelt dafür jeden Tag.
00:07:22: Ja das stimmt
00:07:23: Ganz ehrlich warum verlässt jemand die größte Schule des Landes?
00:07:27: Für so ein Stressprojekt?
00:07:29: es klingt für mich nach so eine anfänglichen Euphorie Die dann in einem paar Jahren im Burnout endet.
00:07:35: Warum gibt man so einen gemachtes Nest auf?
00:07:37: Das ist ne sehr berechtigte Skepsis.
00:07:40: Was hier aber fasziniert ist, wenn man sich die psychologische Motivation dahinter ansieht.
00:07:45: Laut den Quellen hat Frau Dr.
00:07:46: Rutz diesen Schritt nicht einfach spontan aus dem Bauch heraus entschieden.
00:07:50: Das überlegt man sicher auch?
00:07:51: Eben!
00:07:52: Sie hat das ganz bewusst im sogenannten Familienrat also mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern besprochen und abgewogen.
00:08:00: Der Reiz für so eine erfahrene Pädagogin liegt hier einfach in der – ich nenne es mal architektonischen Gestaltungsfreiheit.
00:08:06: Im übertragenen Sinne nehme ich an
00:08:08: Genau An einer riesigen Schon lange etablierten Schule verwalten sie meistens ja nur noch bestehende Strukturen.
00:08:16: Sie drehen an ganz, ganz kleinen Stellschrauben.
00:08:19: Weil das System ja schon läuft?
00:08:21: Richtig!
00:08:22: In Premnetz aber findet sie ein grundsolides Fundament vor – darf aber die Wände im Haus völlig neu ziehen und die pädagogischen Räume so gestalten wie sie es nach ihren siebzehn Jahren Erfahrung für richtig hält.
00:08:35: Ah,
00:08:35: also weniger Verwalterin sondern viel mehr Bauherrin der eigenen pädagogischen Vision?
00:08:41: Ganz genau so kann man das sagen.
00:08:42: und was dieses Thema Stress-und Belastung angeht da gibt es einen Faktor der ihre Arbeit massiv erleichtern wird.
00:08:49: Welcher ist das?
00:08:50: Etwas dass in der heutigen Bildungslandschaft wirklich wie ein Sächser im Lotto wirkt.
00:08:54: Das Collegium ist zum Staat komplett besetzt
00:08:58: Echt jede Stelle!
00:08:59: Jede einzelne Planstelle ist vergeben.
00:09:03: In Zeiten eines chronischen landesweiten Lehrermangels ist das ein unfassbarer Luxus für eine Schulleitung, die etwas Neues aufbauen will.
00:09:13: Das ist ja der Wahnsinn!
00:09:15: Und das bringt uns direkt zu einer Statistik aus dem offiziellen Schulporträt Brandenburg – die Eltern wahrscheinlich noch viel mehr aufatmen lässt als die neuen Räume oder das neue Schild an der Tür.
00:09:26: Sie
00:09:26: spielen auf die Ausfallstatistik an?
00:09:29: Genau… Die Ausfallquote.
00:09:32: Wenn wir uns das erste Halbjahr des Schuljahres, twenty-fünfzehn, sechsundzwanzig ansehen, lag der Anteil der ersatzlos ausgefallenen Stunden bei gerade einmal drei Komma fünf Prozent.
00:09:42: Ja, Das ist ein extrem guter Wert.
00:09:44: Sensationell niedrig würde ich sagen!
00:09:46: Wie hängt es denn mit dem vollen Kollegium zusammen?
00:09:49: Wie funktioniert diese Mechanik in der Praxis?
00:09:51: Das ist ganz pragmatisch zu erklären.
00:09:54: Ein vollständig besetztes Lehrerzimmer schafft einen echten Puffer.
00:09:58: Okay Stellen Sie sich vor... An einer Schule, die ohnehin schon nur bei neunzig Prozent Personaldeckung läuft und völlig am Limit fährt.
00:10:05: Da führt die erste Grippewelle im November sofort zu gestrichenen Unterricht weil einfach niemand da ist der einspringen kann.
00:10:11: Kenne ich dann sitzen die Kinder um halb zwölf wieder Zuhause?
00:10:14: Richtig!
00:10:15: Bei hundert Prozent Besetzung lassen sich Vertretungen intern sehr viel geschmeidiger organisieren.
00:10:20: Die Klassenverbände werden eben nicht einfach nach Hause geschickt sondern der Rhythmus bleibt erhalten Und Kontinuität ist nun mal der wichtigste Baustein für nachhaltigen Lernerfolg.
00:10:29: Okay, das macht total Sinn.
00:10:30: Aber Personal allein macht natürlich noch keinen modernen Unterricht.
00:10:34: auch räumlich wurde ja massiv investiert.
00:10:36: also so richtig mit Geld in die Hand nehmen?
00:10:39: Ja definitiv
00:10:41: Wir sprechen hier nicht von ein bisschen frischer Farbe im Treppenhaus.
00:10:44: Es wurde einen kompletten neuer Anbau hochgezogen.
00:10:47: Eintausend fünfhundert Quadratmeter groß
00:10:50: Das ist ordentlich!
00:10:51: Das is riesig.
00:10:53: Da sind acht Helle Hochmoderne Klassenräume entstanden, dazu noch sechs Nebenräume und ein großer Saal.
00:11:01: Das ist ein echtes Ausrufezeichen der Stadt Premnitz.
00:11:04: Allerdings!
00:11:06: Denn von den fünf Komma sechs Millionen Euro Baukosten hat die Kleinstadt stolze zwei Millionen Euro aus eigener Tasche gestemmt – Der Rest waren dann Fördermittel.
00:11:17: Und das ist ja nicht mal das Ende der Fahnenstange wie wir gelesen haben.
00:11:21: Weit gefehlt.
00:11:22: Der Landkreis Haveland hat bereits den weiteren Ausbau in den kommenden Jahren zugesagt.
00:11:27: Und da sprechen wir von einem Volumen von nochmals rund zwölf Millionen Euro.
00:11:31: Wahnsinn!
00:11:32: Also wenn wir das mal zusammenrechnen, fließen über siebzehn Millionen Euro in diesen einen Standort?
00:11:38: Genau und diese finanziellen Mittel versickern ja nicht einfach im Beton sondern die landen am Ende direkt bei den Schülern.
00:11:45: Lassen
00:11:46: Sie uns das mal greifbar machen.
00:11:47: was bedeutet dieses Geld für eine Sagen wir mal ganz normale Mathe-Stunde am Dienstagmorgen.
00:11:54: Naja, im Schulportrait stehen dazu sehr spezifische Zahlen zur IT Ausstattung.
00:11:58: Aktuell teilen sie statistisch neun Schüler ein Computer und auf ein mobiles Endgerät wie ein Tablet kommen drei Komma acht Schüler.
00:12:06: Das ist eine ziemlich gute Quote!
00:12:08: Und Kreidetafen gibt es in den neuen Räumen quasi gar nicht mehr.
00:12:11: Alles ist mit diesen interaktiven elektronischen Smartboards ausgestattet.
00:12:15: Wie verändert das jetzt das Lernen für die Kinder?
00:12:18: Es verändert die Dynamik im Klassenzimmer fundamental.
00:12:21: Stellen Sie sich den klassischen Geometrieunterricht von früher vor.
00:12:24: Oh Gott ja!
00:12:25: Mit dem riesigen Holzzirkel.
00:12:27: Genau!
00:12:28: Früher zeichnete die Lehrkraft mühsam mit dem großen Holzzirkl einen Kreis an die Tafel, die Schüler haben es irgendwie ins Heft kopiert und gehofft das es passt.
00:12:37: Ja so war das.
00:12:38: Heute projezieren sie drei-dimensionale Modelle auf das Smartboard.
00:12:42: Die Schüler können an ihren Tablets Winkel verändern und das Ergebnis wird in Echtzeit vorne für die ganze Klasse sichtbar.
00:12:48: Das heißt, es ist viel aktiver.
00:12:50: Es ist kein einseitiger Vortrag mehr sondern ein interaktives Erarbeiten von Lösungen.
00:12:55: Die digitale Infrastruktur ermöglichtes das Schüler in ihrem eigenen Tempo Aufgaben lösen während die Lehrkraft über einen Dashboard genau sieht wer gerade wo feststeckt und dann ganz gezielt helfen kann.
00:13:06: Das ist natürlich eine fantastische Lernumgebung.
00:13:10: Also wir haben jetzt eine Schule, die das Abitur anbietet.
00:13:13: Wir haben ein hoch motiviertes Führungsteam Eine volle Personalbesetzung und modernste Technik.
00:13:18: Klingt nach einem echten Erfolgsrezept
00:13:20: Klingt fast utopisch ja Aber wir müssen auch den Blick auf das richten was danach kommt Denn – und das wissen wir beide – nicht jeder will studieren Und die Schule legt einen extremen Fokus auf das echte Leben danach Genau.
00:13:34: Das Stichwort hier ist die Berufs- und Studienorientierung, für die der Standort ja bereits mehrfach zuletzt im Jahr zwanzig vom Land als hervorragend ausgezeichnet wurde.
00:13:44: Das ist ein sehr wichtiges Profil dieser Schule!
00:13:47: Ja aber da muss sich jetzt wieder den kritischen Beobachter spielen.
00:13:51: also was bedeutet das alles?
00:13:53: Diese Orientierung beginnt bereits in der siebten Klasse.
00:13:56: Richtig
00:13:57: Wir reden hier von Zwölfjährigen.
00:13:59: Ist die siebte Klasse nicht viel zu früh um schon an den Beruf zu denken?
00:14:03: Ich meine, die meisten zwölfjährigen wollen noch Astronaut oder heute eher Influencer werden.
00:14:09: Ja
00:14:10: diese Sorge höre ich oft und das wirft eine wichtige Frage auf.
00:14:14: aber hier liegt oft ein fundamentales Missverständnis darüber wie moderne Berufsorientierung eigentlich funktioniert.
00:14:20: Okay klären Sie mich auf
00:14:22: Es geht in der siebten Klasse eben gerade nicht darum, den Jugendlichen einen fertigen Ausbildungsvertrag als Mechatroniker oder Kaufrauch vorzulegen.
00:14:30: Es geht gar nicht um das was will ich arbeiten sondern viel mehr um das wer bin ich.
00:14:37: Ein zentrales Element ist hier das Fach LER also Lebensgestaltung Ethik Religionsgründe.
00:14:43: dort wird ganz systematisch analysiert Wer Bin Ich Was Kann Ich?
00:14:47: Gut Wo liegen meine Stärken?
00:14:49: Bin ich eher der analytische Typ oder arbeite ich gerne im Team.
00:14:52: Bin ich handwerklich
00:14:53: geschickt?".
00:14:54: Es geht also um das Fundament der eigenen Identität, bevor man überhaupt über konkrete Jobs spricht!
00:14:59: Ganz genau – es ist im ersten Schritt eine reine Persönlichkeitsentwicklung.
00:15:03: Das
00:15:03: ergibt natürlich Sinn und um das greifbar zu machen nutzt die Schule ja auch ein spezielles Werkzeug den sogenannten Berufswahlpass.
00:15:13: Der wird von der Kreishandwerkerschaft zur Verfügung gestellt.
00:15:16: Richtig!
00:15:17: Stellen wir uns mal vor, Wir haben da einen Schüler.
00:15:19: Nennen wir ihn mal Felix.
00:15:21: Felix bekommt diesen Pass in der siebten Klasse.
00:15:25: Wie begleitet ihn dieses Dokument dann durch die Jahre?
00:15:27: Also Felix bekommt in der Siebtenklasse diesen Ordner und er wird dann sozusagen zu seinem ganz persönlichen Portfolio.
00:15:36: Im ersten Schritt dokumentiert er dort einfach seine eigenen Interessen Und dann kommen die ersten praktischen Erfahrungen dazu Zum Beispiel durch die sogenannten Schnuppertage.
00:15:47: Was genau macht man da?
00:15:48: Felix geht für zwei Tage in ein Unternehmen seiner Wahl, aber ganz wichtig – er soll dort nicht einfach Regale einräumen oder Kaffee kochen.
00:15:57: Er hat den klaren Auftrag zu beobachten.
00:16:00: Nur beobachten!
00:16:01: Ja...er soll schauen.
00:16:02: wie kommunizieren die Kollegen miteinander, welche Arbeitsabläufe gibt es da überhaupt?
00:16:07: Er geht also eher als eine Art Forscher in den Betrieb…nicht als billige Hilfskraft.
00:16:12: Exakt.
00:16:13: Und wenn Felix dann zurück in die Schule kommt, muss er diese Erfahrungen verarbeiten.
00:16:18: Er stellt eine Wandzeitung und präsentiert seine Beobachtungen vor der Klasse.
00:16:22: Ah!
00:16:22: Das schult natürlich auch direkt wieder andere Fähigkeiten?
00:16:25: Genau.
00:16:26: Diese Präsentationsfähigkeit – das Strukturieren von Informationen – all das landet als Feedback im Berufswahlpass.
00:16:34: In der achten Klasse kommen dann Projekte wie «Komm auf Tour» hinzu wo es stark um Selbst- und Fremdeinschätzung geht.
00:16:40: Das heißt, er lernt wie er sich selbst sieht bekommt aber auch gespiegelt wie andere seine Stärken so wahrnehmen.
00:16:45: Richtig!
00:16:46: Und bis er dann in der zehnten Klasse steht hat er in diesem Pass ein lückenloses detailliertes Profil seiner eigenen Fähigkeiten erarbeitet – und das ist für einen Arbeitgeber oft viel aussagekräftiger als reine Schulnoten auf dem Papier.
00:17:01: Das ist wirklich ein mächtiges Werkzeug.
00:17:03: Und was ich bei der Lektüre der Quellen besonders bemerkenswert fand, die Schule lässt bei diesem ganzen Prozess die Eltern nicht außen vor.
00:17:11: Nein das tun sie nicht!
00:17:12: Denn wir wissen ja alle dass die Berufswahl extrem stark vom eigenen Elternhaus geprägt wird.
00:17:18: Die Informationen zu diesen Berufswallpass werden nicht nur auf Deutsch herausgegeben sondern auch auf arabisch persisch und russisch.
00:17:26: Das ist ein enorm wichtiger Punkt.
00:17:28: Ja Das zeigt doch einen unglaublichen Willen, wirklich jede Familie mitzunehmen.
00:17:34: Niemand soll abgehängt werden nur weil bürokratisches Deutsch vielleicht nicht die Muttersprache am Ess-Tisch ist – das holt wirklich alle ins Boot!
00:17:42: Das ist gelebte Integration, die messbare Ergebnisse liefert.
00:17:46: Wenn die Eltern verstehen warum ihr Felix jetzt zwei Tage in eine Betrieb nur beobachtet können sie ihn zu Hause ganz anders unterstützen.
00:17:55: Absolut.
00:17:56: Und diese Unterstützung zeigt sich auch im rein schulischen Bereich, denn die Gesamtschule ist in der Sekundarstufe I ein vollgebunderer Ganztagsbetrieb.
00:18:04: Der Rhythmus des Tages ist da völlig anders als an einer klassischen Halbtagsschule.
00:18:09: Wie hilft dieser Ganztagsbetrieb denn ganz konkret bei den schulischem Leistungen?
00:18:13: Wir haben im Schulporträt gesehen dass es da gezielte Förderstunden gibt.
00:18:17: Ja nehmen wir mal das Beispiel LRS also Leserechtschreibschwäche oder Discalculie Die Rechenschwöche.
00:18:24: An der Gesamtschule Premnitz gibt es dafür jeweils zwei dedizierte Förderstunden pro Woche.
00:18:29: Und der Vorteil vom Ganztag ist dann was genau?
00:18:31: Naja,
00:18:31: an einer klassischen Halbtagsschule müssten diese Kinder nachmittags noch mal los in irgendwelche Nachhilfekurse rennen während ihre Freunde auf dem Fußballplatz stehen.
00:18:41: Stimmt das stigmatisiert natürlich total!
00:18:43: Genau.
00:18:44: Aber im vollgebundenen Ganztak sind diese Förderphasen organisch in den Schulrhythmus integriert.
00:18:50: Übungsphasen wechseln sich mit Fachunterricht und Freizeitangeboten ab.
00:18:54: Die Kinder bekommen die intensive Förderung, die sie brauchen ohne dass der eigentliche Unterrichtsstoff leidet.
00:19:00: Und ohne das ihnen die wertvolle Freizeitung am Nachmittag geraubt wird?
00:19:03: Ganz genau!
00:19:05: Das fasst diesen ganzheitlichen Ansatz eigentlich perfekt
00:19:07: zusammen.
00:19:08: Die Schule betrachtet den Schüler eben nicht nur als Gefäß für Vokabeln und Formeln sondern als kompletten Menschen, der auf das Leben vorbereitet werden muss Sei es nun durch akademische Förderung oder durch diese extrem praxisnahe Berufsorientierung.
00:19:23: Richtig!
00:19:24: Lassen Sie uns das große Bild noch einmal zusammenfassen, die Gesamtschule Premnitz ist kein rein kosmetischer Eingriff in die Schullandschaft.
00:19:33: Durch diese massiven Investitionen – also finanziell durch Anbauten und Technik aber eben auch personell durch ein vollbesetztes Team und eine erfahrene Leitung entsteht hier ein echter Leuchtturm für die Region
00:19:46: Und die Stadt Premnitz lädt auch alle ein, sich diesen Leuchtturm einmal aus der Nähe anzusehen.
00:19:51: Oh ja – Die Termine!
00:19:52: Genau für alle Hörerinnen und Hörern, die sich selbst ein Bild machen möchten gibt es zwei sehr wichtige Termine.
00:19:58: Schon am XXIII.
00:19:59: September, im Jahr ist das Herbstfest statt.
00:20:02: Da wird der neue Anbau gefeiert.
00:20:04: Richtig!
00:20:04: Genau, an diesem Tag wird der Anbau mit seinen modernen Räumlichkeiten feierlicher öffnet und ist dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
00:20:11: Und für alle Eltern deren Kinder aktuell noch in der Grundschule sind?
00:20:16: Und die vielleicht überlegen ob diese Gesamtschule der richtige Weg sein könnte sollten sie sich den neunten Januar zwei tausend siebenundzwanzig rot im Kalender markieren.
00:20:25: da gibt es einen großen tag der offenen tür
00:20:28: Ein ganz wichtiger Termin.
00:20:30: Und nicht nur das, in der Woche danach bietet die Schule spezielle Schnuppertage für Sechstklässler an!
00:20:35: Die Kinder können also direkt in den Unterrichtsalltag eintauchen und spüren ob diese Räume für Neugier wie der Bürgermeister sagte – für sie passen.
00:20:44: Es wird auf jeden Fall extrem spannend sein, diese Schule in den nächsten Jahren gesellschaftlich zu begleiten Besonders dann, wenn die ersten Jahrgänge in die gymnasiale Oberstufe eintreten und das Konstrukt seinen ersten echten Stresstest in Richtung Abitur absolviert.
00:21:00: Das wird definitiv spannend!
00:21:02: Und bevor wir unsere Analyse für heute beschließen möchte ich Ihnen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer noch einen Gedanken mit auf den Weg geben.
00:21:10: Einen Impuls zum Schluss?
00:21:12: Genau – einen Gedanken, den Sie heute Abend vielleicht beim Abendessen oder morgen auf dem Weg zur Arbeit mal so im Kopf bewegen können.
00:21:20: Wir sehen hier in Premnitz ein Modell, das man am besten als klein aber extrem fokussiert beschreiben könnte.
00:21:28: Wir haben hier im Westhafeland eine intensive Verzahnung der lokalen Wirtschaft durch diese frühe Berufsorientierung direkt gekoppelt an die Möglichkeit den höchsten Bildungsabschluss zu erlangen.
00:21:40: und wenn dieses kleine Aber-Oho-Modell hier in Prämnitz nachhaltig funktioniert Also wenn es gelingt, die jungen Menschen so exzellent und zukunftssicher aufzustellen dass sie für gute Bildung gar nicht erst das Bedürfnis haben in die großen Ballungszentren abzuwandern könnte genau das dann vielleicht zu einer Blaupause für den gesamten ländlichen Raum in ganz Deutschland werden?
00:22:04: Eine sehr gute Frage.
00:22:05: Könnte so eine ganzheitliche Gesamtschule der eigentliche Schlüssel sein um den ständigen Wegzug von jungen Familien in die überfüllten Großstädte einfach mal aufzuhalten?
00:22:15: Ich finde, das ist eine Frage die weit über die Stadtgrenzen von Premiers hinausgeht.
00:22:19: Absolut!
00:22:20: Wenn Sie sich liebe Hörerinnen und Hörern die ganzen Quellen, die detaillierten Pläne und die Statistiken aus denen wir heute unsere Schlüsse gezogen haben noch einmal selbst in Ruhe ansehen möchten schauen sie unbedingt in unsere Shownotes.
00:22:33: da haben wir alle relevanten links-und weiterführende Informationen für Sie sauber zusammengefasst.
00:22:39: Da gibt es einiges zu lesen.
00:22:42: Ja lohnt sich aber.
00:22:44: Und ein letztes Anliegen?
00:22:46: Wenn Ihnen diese genaue Betrachtung heute gefallen hat, wenn Sie das Gefühl haben sie blicken jetzt ein wenig tiefer in die Entwicklungen unserer Region dann ermuntern wir sie ausdrücklich.
00:22:56: Empfehlen wie unseren Podcast gerne weiter!
00:22:59: Sehr gerne!
00:23:00: Schicken Sie diese Folge an befreundete Eltern teilen Sie sie mit ihren Nachbarn oder einfach in Ihren Netzwerken.
00:23:06: Das hilft uns ungemein weiterhin, diese wichtigen lokalen Themen so detailliert für Sie aufzubereiten.
00:23:12: Vielen Dank dafür!
00:23:13: Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Podcasts.
00:23:16: Hören sie in vierzehn Tagen gerne wieder rein – sie finden uns auf allen bekannten Plattformen.
00:23:21: der Next-Premnitz-Vierundreißig-Podcast ist eine Produktion von Ström New Audio Culture mit freundlicher Unterstützung von der PWG, der WBG und der Stadt Premnitz.
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